Gemeinschaftshaus Neustift

Kunde
Gemeinde Vahrn
Ort
Neustift/Vahrn
Jahr
2014
Kategorie
Öffentlich
Fotos
Jürgen Eheim Fotostudio

Die Musikkapelle Neustift probt derzeit im Dachgeschoss des Gemeinschaftshauses von Neustift. Durch den steten Zuwachs innerhalb der Kapelle sind die Räumlichkeiten zu klein geworden und es sind adäquate und zeitgemäße Vereinsräume notwendig. Es ist geplant das Gemeinschaftshaus durch einen eigenen Baukörper auf der Südseite zu erweitern und so der Musikkapelle langfristig geeignete Räume für die Probe- und Vereinstätigkeit zur Verfügung zu stellen. Das neue Lokal wird auf die bestehende Terrasse auf der Südseite gesetzt und legt sich zwischen die Bauflucht des bestehenden Gemeinschaftshauses auf der Ostseite und der Straßenflucht auf der Westseite. Der neue Körper zeichnet sich im Grundriss als kompakter polygonaler Körper aus, der über einen niedrigeren Zwischentrakt mit dem Hauptgebäude verbunden ist. Das neue Probelokal steht somit eigenständig neben dem bestehenden Gemeinschaftshaus.
Das Raumprogramm wurde so kompakt wie möglich angelegt, Gänge und Verkehrsflächen sind bis auf einen Eingangsbereich als Garderobe und Schmutzschleuse nicht vorhanden. Das Probelokal ist als asymmetrisches Polygon ausgelegt, was verglichen mit rechteckigen Räumen vor allem akustische Vorteile mit sich bringt. Zudem erlaubt die Auslegung als stufenloses Probelokal ein freieres und flexibleres Aufstellen innerhalb des Raumes.
Die Anordnung der Fenster stellt einen direkten Bezug auf die im Inneren stattfindende Tätigkeit her. Das Büro und der Aufenthaltsraum, aber auch die Eingangssituation erhalten durch große Öffnungen viel natürliches Licht und gewähren großzügigen Ausblick. Im Probelokal selbst steht die natürliche Belichtung eher im Hintergrund, da die Probentätigkeit üblicherweise abends und nachts stattfindet. Gerade hier ist es aber wichtig, dass bei stattfindender Probentätigkeit diese nach außen getragen wird. Geschickt platzierte Öffnungen erlauben den Einblick ins Probelokal vom Hofraum, vom Feuerwehr-Vorplatz und vom Oberdorf kommend, vom Hohlweg aus. Die Öffnungen wurden dabei relativ kompakt gehalten, um die probenden Musikanten im Inneren nicht unnötig abzulenken. Ein großzügiges, hoch liegendes Fensterband im „Rücken“ der Musikanten erlaubt bei der Probentätigkeit untertags eine natürliche Belichtung des Raumes.
Auch die Fassadengestaltung soll die Funktionen im Inneren nach außen transportieren und die Zweckbindung im Inneren wiedergeben. Schlagworte aus der Musik wie Dynamik, Rhythmus, Diminuendo, Crescendo, Piano, Forte… beeinflussen direkt die Fassadengestaltung und verformen im Zusammenspiel mit den oben genannten Kriterien für die Fensterplatzierung die Fassade. Von einem linearen Grundraster ausgehend, entsteht durch gezieltes Deformieren ein Liniengefüge, welches genau diese musikalischen Begriffe wiederspiegeln und somit die Ästhetik des Gebäudes mit seiner Funktion verschmelzen lassen soll.